[Quelle DGSV]

9. Schwimm-Europameisterschaften der Gehörlosen vom 19. – 24. Juni 2006 in Thessaloniki/Griechenland

Vom 19. – 24. Juni 2006 fanden im griechischen Thessaloniki die 9. Schwimm – Europameisterschaften der Gehörlosen statt. Es nahmen dort 22 Nationen teil. Mit einer der jüngsten Mannschaft aller Zeiten trat das Deutsche Schwimm Team bei Schwimm-Europameisterschaften an. Angestachelt durch eine Weltklasseleistung von Neuling Björn Koch steigerte sich das Schwimm Team von Tag zu Tag und wurde somit die Überraschung der Europameisterschaften.

Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband tritt in diesem Jahr mit einer sehr jungen Mannschaft bei den Schwimm-Europameisterschaften an. Phil Goldberg, der im vergangenen Jahr bei den Deaflympic Games in Melbourne zwei Bronzemedaillen gewann, ist mit seinen gerade mal 19 Jahren der Älteste im deutschen Team. Außer ihm hat nur die 18-jährige Victoria Zarn schon internationale Erfahrungen sammeln können. Sie war sogar bereits zweimal bei den Deaflympic Games dabei und holte in Melbourne ebenfalls zwei Bronzemedaillen für Deutschland.

Obwohl die Erwartungen der jungen Schwimmerinnen und Schwimmer nicht allzu hoch gesteckt sind, ist die Motivation sehr groß und wir können uns auf spannende Wettkämpfe freuen, in denen unsere Mannschaft alles geben wird.

Das Team – hinten von links: G. Charwat, P. Goldberg, V. Zarn, B. Koch
– vorne von links: R. Goldberg, S. Lorenz, F. Schön

Die Delegation besteht nach dem überraschenden Rückzug von Nicky Lange und Nicole Schöner nur noch aus 6 Sportlerinnen und Sportlern: 

  • Frauen
    • Victoria Zarn (Dresden)
    • Samantha Lorenz (Bremen)
  • Männer
    • Björn Koch (Fürth)
    • Phil und Robin Goldberg (Dresden)
    • Florian Schön (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Delegationsleitung Karl-Werner Broska (Präsident), Peter Thiele (Verbandsfachwart für Schwimmen)
  • Traoinerin Garnet Charwat
  • Physiotherapeut Bernd Linß


Die 9. Schwimm-Europameisterschaften der Gehörlosen begannen für das deutsche Team, das mit einem Durchschnittsalter von 16,8 Jahren eines der jüngsten in der Geschichte des DGS ist, mit einer Sensation: Björn Koch (Jahrgang 1988), der erst seit diesem Jahr zum Schwimm-Kader des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes gehört, gewann bereits am ersten Wettkampftag Gold und Bronze und stellte einen neuen Weltrekord auf.

Noch vor der Eröffnungsfeier standen gestern am Vormittag die Vorläufe der einzelnen Wettkämpfe auf dem Programm. Björn Koch und Phil Goldberg konnten sich im 200m Freistil und 100m Delphin der Herren für das A-Finale qualifizieren. Bereits in dieser Runde lag Björn Koch in seiner Paradedisziplin Delphin ganz vorn. Robin Goldberg konnte sich ebenfalls für das A-Finale über 100m Delphin qualifizieren. Mit 01:01.90min stellte er dabei eine neue persönliche Bestzeit auf.

Florian Schön erreichte bei seinem ersten Start über 200m Freistil mit 02:14.21min den 15. Platz.

Bei den Frauen gelang Victoria Zarn, die nach langer Erkrankung erst seit wenigen Wochen wieder voll trainieren konnte, die Qualifikation im 50m Brust und 100m Delphin.

Björn Koch auf dem Weg zum Weltrekord

Die Finals wurden am späten Nachmittag geschwommen und begannen mit den 200m Freistil der Herren. Bereits hier konnte Björn Koch überzeugen und holte sich mit persönlicher Bestzeit von 01:59.63min die Bronzemedaille hinter Eoin Nolan aus Irland (Gold, 01:57.14min) und Volodymyr Natalchuk aus der Ukraine (Silber, 01:57.84). Phil Goldberg landete mit einer Zeit von 02:10.02min auf dem 7. Platz.

Der nächste Wettkampf mit deutscher Beteiligung waren die 400m Lagen der Frauen. Wegen der geringen Teilnehmerzahl hatte es hier keine Vorläufe gegeben. Das Nesthäkchen im deutschen Team, Samantha Lorenz, gab ihr Debut und konnte in diesem A-Finale mit 06:19.36min den 6. Platz erreichen.

Goldmedaille an Björn Koch – (von links: Volodymyr Natalchuk, Björn Koch, John Kealy)

Victoria Zarn schwamm sich im 50m Brust in 00:38.54min auf den 5. Platz und konnte später mit 01:13.18 noch einen 7. Platz im 100m Delphin der Damen machen.

Dann kam das mit Spannung erwartete A-Finale der Herren im 100m Delphin. Björn Koch, der schon im Vorlauf 10 Zehntelsekunden vor dem Iren John Kealy lag, der im Finale nur Dritter wurde, machte die Sensation perfekt und hängte mit einem Vorsprung von über einer Sekunde in einer Zeit von 00:57.56 den zweitplatzierten Volodymyr Natalchuk (00:58.76min) ab und stellte einen neuen Weltrekord auf. John Kealy schlug nach 00:59.14min an.

Mit diesem unglaublichen Start können die deutschen Schwimmer schon jetzt diese Europameisterschaften als erfolgreiche Veranstaltung verbuchen.


Begeisterung beim deutschen LagerDurch den Weltrekord von Björn Koch gleich zu Beginn der Europameisterschaften hat die kleine Mannschaft offenbar Selbstvertrauen gewonnen und den nötigen Schub für Bestleistungen erhalten. So setzte sich die Erfolgsserie auch am 2. Wettkampftag fort.

Im Vorlauf über 100m Freistil erreichten Florian Schön und Robin Goldberg beide mit einer neuen persönlichern Bestzeit von 00:58.84min gemeinsam den 14. Platz.

Samantha, Victoria, Phil und RobinBei den Damen konnten sich Samantha Lorenz und Victoria Zarn für das A-Finale über 200m Brust qualifizieren.

Die Goldberg-Brüder schafften die Qualifikation über 50m Rücken. Dabei schwamm Phil einen neuen Deutschen Rekord mit 00:28.27 min. Robin stellte auch in dieser Disziplin eine neue persönliche Bestzeit von 00:30.76min auf und auch Florian Schön konnte eine neue Bestzeit von 00:33.80min erreichen und kam damit auf den 11. Platz.

BronzemedailleIm 200m Brust-Finale am Abend erkämpfte sich Victoria Zarn durch einen explosiven Endspurt den 3. Platz in 02:59.19min. Ihre Team-Kollegin Samantha Lorenz schwamm persönliche Bestzeit von 03:13.79min und erreichte damit noch den 7. Platz. Gold und Silber in diesem Wettbewerb gingen an die Russin Olga Fedorova (02:48.77min) und Natalia Deeva aus Weißruss-land (02:56.25min).

Victoria und PhilGemeinsam starteten die Goldberg Brüder im A-Finale über 50m Rücken. Der 19jährige Phil schlug dabei seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Robin (00:30,06min) knapp mit einer Zeit von 00:29.21min und holte damit Bronze hinter John Kealy aus Irland (00:28.40min) und Volodymyr Natalchuk aus der Ukraine (00:28.95min).

2 Bronzemedaillen, ein Deutscher Rekord und viele neue persönliche Bestzeiten: ein schöner Erfolg auch für den 2. Wettkampftag dieser für das deutsche Team vielversprechenden Europameisterschaften.


Der dritte Wettkampftag präsentierte erneut ein überragendes deutsches Team. Mit einer Ausbeute von einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille und darüber hinaus weiteren Deutschen Rekorden und einem Europa-rekord war auch dieser Tag wieder ein Riesenerfolg.

In den Vorläufen starteten Samantha Lorenz und Victoria Zarn über 200m Lagen, bei den Herren in der gleichen Disziplin nahm Björn Koch teil. Sowohl Victoria als auch Björn konnten sich für das A-Finale qualifizieren.

Teamgeist

In der Vorrunde über 100m Rücken versuchte sich bei den Damen nur Samantha Lorenz, konnte sich aber leider nicht qualifizieren und landete mit einer Zeit von 01:28.74min auf dem 12. Platz. Bei den Herren schwammen die Goldberg-Brüder und Florian Schön in dieser Disziplin. Beide Goldbergs schwammen persönliche Bestzeit (Phil 01:04.97min und Robin 01:07.99min) und Florian verpasste mit einer Zeit von 01:14.90 und Platz 9 nur knapp die Qualifikation.

Im 50m Delphin der Damen war es Victoria Zarn, die nur wenige Hundertstel Sekunden von der Qualifikation trennten. Bei den Herren schwammen Björn Koch und Robin Goldberg ins A-Finale über 50m Delphin. Dabei stellte Robin einen neuen Deutschen Junioren-Rekord auf. Florian Schön kämpfte sich zwar an die Spitzengruppe heran, konnte aber mit einer Zeit von 00:29.56 nur den 9. Platz erreichen und sich damit nicht für das A-Finale qualifizieren.

Stellvertretender Konsul Ulrich Bugge (mitte) beim Team.
Links: Karl-Werner Broska (Delegationsleiter), rechts: Peter Thiele (Fachwart)

Zu Beginn der Wettkämpfe an diesem Tag besuchte der stellvertretende Konsul Ulrich Bugge vom Deutschen Generalkonsulat in Thessaloniki die deutsche Mannschaft und unterhielt sich interessiert mit DGS-Präsident Karl-Werner Broska und Verbandsfachwart Peter Thiele über die Europameisterschaften.

Am Abend wurde es wieder spannend. Zunächst schwamm Victoria Zarn im Finale über 200m Lagen mit 02:40.44min auf den 5. Platz. Es gewann die Russin Olga Fedorova (02:31.94min) vor Aksana Petrushenka aus Weißrussland (02:33.29min) und der Polin Karolina Szumigaj (02:36.22min).

Zwei Medaillengewinner: Phil Goldberg und Björn Koch

Anschließend überraschte Björn Koch die Schwimmwelt mit einer weiteren Goldmedaille über 200m Lagen. Im Vorlauf hatte er sich Zeit gelassen und war unspektakulär mit 02:24.46min auf dem 5. Platz gelandet. Aber nun im Finale startete auf Bahn 2 die 50m Delphin und Rücken in einem so rasanten Tempo, dass er schon auf der halben Strecke die Konkurrenz weit hinter sich ließ. Bei den anschließenden 50m Brust fiel er nur ein wenig zurück, gab aber auf der letzten Bahn im Freistil noch einmal alles, siegte in einer Zeit von 02:11.74min und brach damit den alten Europarekord von Nicky Lange aus dem Jahr 2001. Zweiter in diesem Wettkampf wurde mit über 4 Sekunden Abstand Andriy Zurgalidze aus der Ukraine (02:15.82min), Dritter der Este Martin Kuusk (02:18.83min). Von seinem großartigen Schwimmtalent abgesehen scheint Björn Koch auch noch eine gehörige Portion Taktik mitzubringen.

Als nächstes gingen die Goldberg-Brüder über 100m Rücken an den Start. Phil lieferte sich ein spannendes Kopf an Kopf Rennen mit dem Iren John Kealy und dem Ukrainer Volodymyr Natalchuk. Am Ende erreichte er den dritten Platz mit einer Zeit von 01:03.36min. Es gewann Kealy mit 01:00.58 vor Natalchuk mit 01:02.68.

Das nächste Finale versprach wieder sehr spannend zu werden. Björn Koch und Robin Goldberg hatten sich beide am Vormittag für die 50m Delphin qualifiziert und schwammen in dieser Disziplin wieder gegen ihre größte Konkurrenz aus Irland und der Ukraine. Björn Koch gelang es zwar David McIlroy und Volodymyr Natalchuk hinter sich zu lassen, aber John Kealy war in die-sem Wettkampf zwei Hundertstel Sekunden schneller und gewann mit 00:26.33min die Goldmedaille. Björn Koch holte Silber mit 00:26.35min und stellte damit einen neuen Deutschen Rekord auf, Dritter wurde McIlroy (00:26.44min). Robin Goldberg landete mit 00:27.61min auf dem 7. Platz.

Jüngste 4 × 100 m Freistilstaffel aller Zeiten der Deutschen Nationalmannschaft
Florian Schön, Phil Goldberg, Björn Koch und Robin Goldberg

Der letzte Wettkampf des Tages forderte noch einmal alle männlichen Schwimmer des deutschen Teams. In der 4×100m Freistil-Staffel schwammen nacheinander Björn, Florian, Robin und Phil. Die jüngste und bisher schnellste Staffel in der Geschichte des DGS erkämpfte sich dabei den 4. Platz mit einer Gesamtzeit von 03:47.89min (00:56.37min, 00:58.43min, 00:57.33min und 00:55.69min). Die Medaillen gingen an Irland (03:42.37), Ukraine (03:42.43) und Russland (03:46.67).

Nach den großartigen Erfolgen der letzten Tage ist der heutige Ruhetag mehr als verdient. Wir freuen uns aber schon auf die spannenden Wettbewerbe, die noch am Freitag und Samstag auf uns warten.


Wimpelübergabe an den Generalkonsul N.Nadolski (li.)Am Donnerstag stand ein Ruhetag für alle Mannschaften auf dem Programm der Schwimm-EM.
Vormittags war das deutsche Team beim Generalkonsul Norbert Nadolski in das Konsulat in Thessaloniki eingeladen. Der Herr Konsul und sein Stellvertreter Herr Bugge gaben uns einen kleinen Überblick über die Stadtgeschichte, welche Bedeutung sie in dieser Region hat und die Aufgabe des Generalkonsulates. Als kleine Aufmerksamkeit übergab DGS-Präsident Karl-Werner Broska einen Wimpel des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes. Die Schwimmer übergaben Herrn Konsul Nadolski eine signierte Schwimmkappe die er gleich aufsetzte. Herr Bugge meinte dazu, wenn Deutschland 2006 Fußball-Weltmeister wird, muss er, Herr Nadolski, sie einen Tag lang tragen.

Gruppenaufnahme

Am Nachmittag war noch mal eine freiwillige leichte Trainingseinheit angesagt. Alle waren mit großer Motivation dabei. Es ging ja insbesondere um das Wassergefühl.


Das erfolgreiche Team

In den Vorlaufwettbewerben qualifizierten sich Phil und Robin Goldberg über die 200m Rücken für das A-Finale. Samantha Lorenz schwamm bei den 200m Rücken der Damen im Vorlauf auf den 10. Platz, in einer Zeit von 3:04.06 min.

Phil Goldberg beim 200m Rücken

Über die 50m Freistil erreichten Björn Koch (0:25.78 min) und Victoria Zarn (0:29.11 min) jeweils das A-Finale. Florian Schön wurde in dieser Disziplin 13. in einer Zeit von 0:26.78 min.

Hurra – Wir haben Bronze!Am Abend lieferte sich Phil Goldberg gemeinsam mit dem Ukrainer, Volodymyr Natalchuk und dem Briten Richard Breen ein Kopf an Kopf Rennen, das der Ukrainer auf den letzten Metern in einer Zeit von 2:16.65 min für sich entscheiden konnte. Phil kam als 2. mit 2:17.10 min ans Ziel, hinter ihm schlug der Brite in 2:17.82 min an. Als 4. kam Robin Goldberg in einer Zeit von 2:26.72 min ans Ziel.
Beim 50m Freistilfinale der Damen konnte Victoria Zarn mit einer Zeit von 0:28.72 min den 5. Platz erreichen. Ganna Lytvynenko aus der Ukraine schwamm über diese Strecke neuen Weltrekord in 0:27.07 min. 2. in dieser Disziplin wurde Pernille Kile aus Schweden mit 00:27.84 min vor Aksana Petrushenka aus Weißrussland mit 00:28.05 min.

Bronze im 4 × 100 m LagenAnschließend gingen die Herren über 50m Freistil an den Start. Die irischen Sprinter John Kealy (0:24.61min) und Eoin Nolan (0:24.79 min) und der Grieche Georgios Dontas (0:25.03 min) machten das Rennen unter sich aus. Björn Koch kam knapp als 4. in 0:25.35 min ans Ziel.

Zum Schluss ging es noch einmal hart zur Sache: 4×100m Lagen Staffel der Herren. Phil Goldberg startete als Erster über 100m Rücken und schlug in 1:03.37 min an, Björn Koch machte über 100m Brust eine Zeit von 01:11.55, Robin Goldberg schwamm die 100m Delphin in 1:01.18min und Florian Schön zum Schluss die 100m Freistil in 0:57.74min. Damit erkämpften unsere Jungs sich sensationell den 3. Platz in einer Gesamtzeit von 4:13.84 min. Das ist neuer Deutscher Rekord! Gold in dieser Disziplin gewann Irland (4:06.39 min), Silber ging an die Ukraine (4:08.60 min). Unmittelbar nach dem Anschlag konnte noch niemand im deutschen Team wirklich glauben, dass die Jungs die erträumte Medaille tatsächlich gewonnen hatten. Dann ging großes Jubelgeschrei durch die Halle.

Der 4. Wettkampftag endete mit 1. Silber- und 1. Bronzemedaille, Samstag ist der 5. und letzte Wettkampftag.


Nach einem sehr erfolgreichen Turnier für die deutsche Schwimm-Mannschaft stand erst am letzten Wettkampftag die erklärte Lieblingsstrecke von Björn Koch und Phil Goldberg auf dem Programm. Die beiden jungen Schwimmer hatten schon im Vorfeld die Konkurrenz damit geschockt, dass sie die 200m Delphin-Strecke, eine der härtesten Sprintstrecken überhaupt, als ihre favorisierte Disziplin nannten. Das Finale sollte dann auch unter diesen beiden deutschen Schwimmern entschieden werden.

Eine Gold- und eine Silbermedaille im Delphin (Björn Koch, Phil Goldberg)

Björn Koch, der die Europameisterschaften schon in Top-Form begonnen hatte, konnte sich am Ende gegen seinen Teamkollegen Phil Goldberg durchsetzen, gewann mit 02:07.97 min und stellte damit auch einen neuen Europarekord auf. Phil schlug als Zweiter mit einer Zeit von 02:14.72min an.

Björn, Phil, Florian und RobinVictoria Zarn, die trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit noch eine Bronzemedaille mit nach Hause nimmt, konnt am letzten Tag im Finale über 100m Brust noch den 7. Platz machen und kam mit 01:24.81 immerhin an ihre Bestzeiten heran.

Der letzte Wettbewerb war die 4×200m Freistil-Staffel der Herren. Mit neuem Deutschen Rekord erkämpften sich die vier jungen Schwimmer hier noch einmal den 4. Platz mit einer Gesamtzeit von 08:31.19min (Robin Goldberg 02:09,82min; Florian Schön 02:12.63min; Phil Goldberg 02:06.80min und Björn Koch 02:01.94 min).

Die 9. Schwimm-Europameisterschaften der Gehörlosen gingen am Abend mit einer stimmungsvollen Abschlusszeremonie in der Schwimmhalle und einem Bankett beim Bürgermeister zuende.

Glückliche Mannschaft
(P. Thiele, B. Linß, K.-W. Broska, B. Koch, V. Zarn, S. Lorenz, P. Goldberg, F. Schön, R. Goldberg, G. Charwat)

Die überwältigende Bilanz dieses Turniers, 3 Gold-, 3 Silber- und 5 Bronzemedaillen, lässt hoffen, dass die deutschen Schwimmer auch in den kommenden Jahren und besonders auch bei den Deaflympic Games 2009 in Taipeh zu den erfolgreichsten Mannschaften gehören werden.


Die 9. Schwimm-Europameisterschaften hatten für die Deutsche Nationalmannschaft unter keinem guten Stern begonnen. Zuerst trat Nicky Lange, einer unserer erfolgreichsten Schwimmer zurück. Dann fiel Nicole Schöner, ebenfalls eine sichere Medaillenkanditatin des Teams, wegen Krankheit aus. Auch die Teilnahme von Victoria Zarn war krankheitsbedingt eine zeitlang nicht sicher. Glücklicher Weise erholte sie sich aber noch rechtzeitig, um das Training wieder aufzunehmen. Trotzdem konnte sie nicht in Topform antreten, dazu war die Vorbereitungszeit zu knapp.

Das DGS-Team dürfte über die Erfolge zufrieden sein

Verbandsfachwart für Schwimmen, Peter Thiele, und Trainerin Garnet Charwat schraubten daher von vorn herein ihre Erwartungen für diese EM ein wenig zurück. Der Altersdurchschnitt von 16,8 Jahren war so niedrig wie nie zuvor und man wollte vor allem den jungen Sportlerinnen und Sportlern die Möglichkeit geben, Erfahrung auf internationaler Ebene zu sammeln. Als das deutsche Team in Thessaloniki im Hotel eintraf, wurde die kleine Mannschaft von der Konkurrenz ein wenig belächelt: nur sechs Schwimmerinnen und Schwimmer und davon vier Neulinge.

Was für eine Überraschung war daher der spontane Goldmedaillen-Gewinn von Björn Koch schon am ersten Wettkampftag. Der junge Schwimmer, der zusammen mit den beiden jüngsten des Teams erst seit diesem Jahr offiziell zum Kader des DGS gehört, überzeugte mit seiner hervorragenden Leistung und steigerte die ohnehin schon hohe Motivation innerhalb der Mannschaft noch weiter. Angespornt durch den unerwartet großen Erfolg gleich zu Anfang der EM kämpfte sich das Team unbeirrbar weiter durch die Wettbewerbe, erzielte persönliche Bestleistungen und brach Deutsche, Europa- und Weltrekorde.

Victoria Zarn und Phil Goldberg bewiesen, dass sie eine solide Stütze der Nationalmannschaft sind. Obwohl nicht in Bestform konnte auch Victoria noch eine Bronzemedaille gewinnen und Phil brachte sogar insgesamt 4 Einzel-Medaillen und 1 Staffel-Medaille mit nach Hause.

Für Robin Goldberg war es der erste internationale Einsatz. Er machte bei dieser EM den größten Leistungssprung, schwamm einen neuen Junioren-Europarekord und verpasste zweimal nur knapp eine Medaille in der Einzelleistung.

Auch Florian Schön und Samantha Lorenz, die beiden Jüngsten des Teams waren zum ersten Mal auf internationaler Ebene dabei. Beiden gelang es, ihre persönlichen Bestzeiten zu übertreffen und Samantha konnte sich in zwei Disziplinen für das A-Finale qualifizieren. Leider war auch sie krankheitsbedingt nicht in Bestform, zeigte aber als jüngste im Team, dass sie alle Voraussetzungen erfüllt, in Zukunft noch Großes zu leisten. Für Florian, der sich in den Einzelwettkämpfen noch nicht gegen “gestandene” Männer durchsetzen konnte, war es vor allem wichtig, in den Staffeln mitzuschwimmen und jeweils Bestzeiten zu erreichen. Das gelang ihm und der verdiente Lohn dafür war die Bronzemedaille in der 4×100m Lagen-Staffel.

Den Erfolg, den die junge deutsche Mannschaft bei diesen Europameisterschaften hatte, verdankt sie nicht zuletzt dem Geschick ihrer erfahrenen Nationaltrainerin Garnet Charwat. Darüber hinaus wurde das Team vor Ort unterstützt von Physiotherapeut Bernd Linß, der nicht nur fachkundig, sondern auch mit großer Gelassenheit und Ruhe die jungen Schwimmerinnen und Schwimmer betreute. Delegationsleiter und DGS-Präsident Karl-Werner Broska und Verbandsfachwart Peter Thiele sorgten für Fotomaterial und Informationen, die dann von Peter Schöler und Katja Kluttig für das Internet und die Presse weiter bearbeitet wurden. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut.

Der Dank der Schwimmsparte geht auch an die Heimtrainer der Sportlerinnen und Sportler, die durch ihren Einsatz wesentlich zum Erfolg beigetragen haben.

Bilanz der 5 Wettkampftage: 3 Gold-, 3 Silber- und 5 Bronzemedaillen und damit Platz 5 in der Gesamtwertung. 1 neuer Weltrekord, 2 Europa- und 10 Deutsche Rekorde sowie 1 Junioren-Europarekord.

Ein unerwarteter aber hoch verdienter Erfolg für eine Schwimm-Mannschaft von der wir sicherlich noch viel hören werden.

Björn Koch

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.2006200 m Freistil02:04,865. Platz01:59,633. Platz
19.06.2006100 m Delphin01:00,531. Platz00:57,561. PlatzWR
21.06.2006200 m Lagen02:24,025. Platz02:11,741. PlatzER
21.06.200650 m Delphin00:27,236. Platz00:26,352. PlatzDR
21.06.20064 × 100 m Freistil03:47,894. PlatzDR
23.06.200650 m Freistil00:25,784. Platz00:25,344. Platz
23.06.20064 × 100 m Lagen04:13,843. PlatzDR
24.06.2006200 m Delphin02:07,971. PlatzER
24.06.20064 × 200 m Freistil08:31,194. PlatzDR

Florian Schön

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.2006200 m Freistil02:14,2115. Platz
20.06.2006100 m Freistil00:58,9414. Platz
20.06.200650 m Rücken00:33,8011. Platz
21.06.2006100 m Rücken01:14,9010. Platz
21.06.200650 m Delphin00:29,5613. Platz
21.06.20064 × 100 m Freistil03:47,894. PlatzDR
23.06.200650 m Freistil00:26,7812. Platz
23.06.20064 × 100 m Lagen04:13,843. PlatzDR
24.06.20064 × 200 m Freistil08:31,194. PlatzDR

Phil Goldberg

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.2006200 m Freistil02:08,608. Platz02:10,027. Platz
19.06.2006100 m Delphin01:01,626. Platz01:01,837. Platz
20.06.2006100 m Freistil00:59,0317. Platz
20.06.200650 m Rücken00:28,271. Platz00:29,213. PlatzDR
21.06.2006100 m Rücken01:04,972. Platz01:03,363. PlatzDR
21.06.20064 × 100 m Freistil03:47,894. PlatzDR
23.06.2006200 m Rücken02:22,252. Platz02:17,102. Platz
23.06.20064 × 100 m Lagen04:13,843. PlatzDR
24.06.2006200 m Delphin02:14,722. Platz
24.06.20064 × 200 m Freistil08:31,194. PlatzDR

Robin Goldberg

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.2006100 m Delphin01:01,907. Platz01:02,208. Platz
20.06.2006100 m Freistil00:58,9414. Platz
20.06.200650 m Rücken00:30,766. Platz00:30,064. Platz
21.06.2006100 m Rücken01:07,996. Platz01:06,985. Platz
21.06.200650 m Delphin00:27,467. Platz00:27,617. PlatzEJR
21.06.20064 × 100 m Freistil03:47,894. PlatzDR
23.06.2006200 m Rücken02:32,104. Platz02:26,724. Platz
23.06.20064 × 100 m Lagen04:13,843. PlatzDR
24.06.20064 × 200 m Freistil08:31,194. PlatzDR

Samantha Lorenz

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.2006400 m Lagen06:19,366. Platz
20.06.2006200 m Brust03:17,338. Platz03:13,797. Platz
21.06.2006100 m Rücken01:28,7412. Platz
23.06.2006200 m Rücken03:04,0610. Platz
24.06.2006100 m Brust01:33,8611. Platz

Viktoria Zarn

DatumStreckeVorlaufRangFinaleRangBemerkungen
19.06.200650 m Brust00:38,756. Platz00:38,545. Platz
19.06.2006100 m Delphin01:12,947. Platz01:13,187. Platz
20.06.2006200 m Brust03:04,195. Platz02:59,193. Platz
21.06.2006200 m Lagen02:39,482. Platz02:40,445. Platz
21.06.200650 m Delphin00:32,129. Platz
23.06.200650 m Freistil00:29,116. Platz00:28,725. Platz
24.06.2006100 m Brust01:25,736. Platz01:24,817. Platz